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Ein Heiliger sammelt nichts,
aber je mehr er für andere tut,
um so mehr erwirbt er.

Laotse (6. oder 4. - 3. Jh. v. Chr.)

Himmel & Hölle

Ein Mensch kommt in den Himmel und trifft an der Himmelspforte den lieben Gott. Der heisst ihn willkommen und fragt ihn: „Mein Sohn, hast du noch einen letzten Wunsch, bevor du den Rest der Ewigkeit im Himmel verbringst?”.
„Ja”, erwidert der Mensch. „Ich würde mir gern mal die Hölle anschauen, damit ich mein Glück auch richtig schätzen kann.”
„In Ordnung”, sagt Gott, schnippt mit den Fingern und sofort befinden sie sich in der Hölle. 

Vor ihnen erstreckt sich — soweit das Auge reicht — ein Tisch mit allen Leckereien, die sich das Herz nur wünschen kann; auf beiden Seiten des Tisches aber sitzen Millionen unglücklicher Menschen und verhungern.
Der Mensch fragt Gott: „Warum verhungern diese Menschen?”
Gott antwortet: „Sie müssen mit drei Meter langen Löffeln essen …”
„Das ist ja äusserst grausam”, meint der Mensch mitfühlend.

Gott schnippt nochmals mit den Fingern und sie landen wieder im Himmel. Dort ist der Mensch sehr überrascht, als er fast das gleiche Szenario sieht – ein üppigst gedeckter Tisch, so weit das Auge reicht, nur sind diesmal alle, die davor sitzen, glücklich und wohl genährt.
Er wendet sich an Gott und erkundigt sich: „Und womit essen diese Menschen hier? Sie müssen doch anderes Besteck haben.”
„Nein, mein Sohn, auch hier essen sie mit drei Meter langen Löffeln.”
Der Mensch ist verwirrt. „Das verstehe ich nicht. Wie ist das möglich?”.
Und Gott antwortet: „Im Himmel füttern wir uns gegenseitig.”

Verfasser unbekannt

 

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