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und wenn ihr's nicht bedürft,
so ist's ein Schmuck.

Aus: »Gedankenvoll«, 1893

Pauschalbesteuerung in der Schweiz

Die Besteuerung nach dem Aufwand, die sogenannte Pauschalbesteuerung, ist eine besondere Art der Einkommens- bzw. Vermögensbemessung. Sie kommt zur Anwendung, wenn die Ermittlung des weltweiten Einkommens und Vermögens einer steuerpflichtigen Person mit erheblichen praktischen Schwierigkeiten verbunden ist.

 Als Grundvoraussetzung für die Gewährung der Besteuerung nach dem Aufwand gilt, dass die betroffenen Personen in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Besteuerungsart steht Personen zu, die erstmals oder nach mindestens zehnjähriger Landesabwesenheit steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz nehmen. Ausländer haben dieses Recht unbeschränkt lange; Schweizer Bürger nur im Jahr ihres Zuzugs aus dem Ausland.

Als massgeblicher Aufwand für die Besteuerung gilt der Gesamtbetrag der jährlichen Kosten der Lebenshaltung, welche die Steuerpflichtigen im In- und Ausland für sich und für die von ihnen unterhaltenen, in der Schweiz lebenden Personen aufwenden. Der Einfachheit halber wird dieser Aufwand beim Bund und in den meisten Kantonen mit dem fünffachen Betrag des Eigenmietwerts des Eigenheims gleichgesetzt. Abzüge können keine gemacht werden.

Ergänzend sieht das Gesetz eine Kontrollrechnung vor: Danach darf die Steuer nicht niedriger sein als die nach dem ordentlichen Tarif berechnete Steuer auf bestimmten Bruttoelementen des Einkommens und des Vermögens. Zu diesen Einkünften gehören insbesondere alle Einkünfte aus schweizerischen Quellen und solche, für die der Steuerpflichtige aufgrund eines von der Schweiz abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommens eine Entlastung von ausländischen Steuern beansprucht.

Die Aufwandbesteuerung steht sämtlichen Personen zu, welche die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, unabhängig von der Höhe ihres Einkommens. Die besondere Art der Bemessung kann dazu führen, dass die Steuer höher oder tiefer ausfällt als dies bei einer ordentlichen Bemessung der Fall wäre. Die gesetzliche Ausgestaltung, insbesondere die Kontrollrechnung, stellt jedoch sicher, dass die Besteuerung in Relation zu den tatsächlichen Einkünften der Person steht.

Das Recht auf die Besteuerung nach dem Aufwand erlischt, wenn der betreffende Steuerpflichtige das Schweizer Bürgerrecht erwirbt. In diesem Fall ist die ordentliche Steuer vom Einkommen zu entrichten. Das gleiche trifft bei einer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz zu.

Im Jahr 2012 gab es rund 5'634 Personen in der Schweiz, die aufgrund ihres Aufwandes besteuert wurden. Die Verteilung auf die Kantone ist sehr unterschiedlich. Viele aufwandbesteuerte Personen haben ihren Wohnsitz in beliebten Tourismus- und Kurorten der Schweiz.

Quelle: Eidgenössisches Finanzdepartement

 

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